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Der Theràpon in der Wortbedeutung "Weg- oder Wagengefährte" aus: wikicommons.comaus: wikicommons.com

 Hinter jedem Lenker eines griechischen Streitwagens  in der Antike stand, erhöht auf einer Plattform, ein "theràpon". Dessen Aufgabe war es nicht, selbst die Waffen zu führen- dies war allein die Aufgabe des Wagenlenkers vorn. Der theràpon hatte jedoch die wichtige Aufgabe, die Umgebung im Auge zu behalten. Dazu war er besonders geschult. Er sollte Hindernisse und Schwierigkeiten erkennen, den zurückgelegten, aktuellen und vorausliegenden Weg  verfolgen und alles was er wahrnimmt, dem Wagenlenker mitteilen. Der theràpon stellte seine Wahrnehmungen dem Wagenlenker zur Verfügung, damit dieser die Information zur Durchführung seiner Absicht nutzen konnte. 

Der Wagenlenker lenkt den Wagen. Er ist verantwortlich dafür, wo es hingehen soll. Der Wagengefährte stellt dem Lenker Informationen zur Verfügung. Der Lenker entscheidet, ob und auf welche Weise er die Informationen des Gefährten nutzen will.

Übertragen auf den therapeutischen Prozess bedeutet das: Sie sind der Wagenlenker, Sie entscheiden welches Ihre "Mission" ist, wo es "hingehen" soll. Dies sind Ihre Wünsche und Ziele. Sie sind der oder die Handelnde, denn Sie sind Experte für Ihr Leben, niemand sonst kann diese Aufgabe für Sie übernehmen und es wäre auch vermessen, wenn Ihnen jemand diese Handlungs- und Entscheidungsbefugnis abnehmen wollte. 

Meine Aufgabe als theràpon ist, Ihnen auf der Grundlage meiner fachlichen Qualifikation nach bestem Wissen alle nötigen Informationen zur Verfügung zu stellen die Sie auf Ihrer "Mission"  nützlich sein können, Sie zu  unterstützen und stets hinter Ihnen zu stehen. 

 

Therapeia - "das Dienen, der Dienst, die Pflege"

Der Duden definiert diese Begriffe als:

  1. berufliche Tätigkeit, Erfüllung von Pflichten
  2. Hilfeleistung und Beistand
  3. aus eigenem Wunsch für etwas tätig sein oder sich für etwas einsetzen
  4. nützlich sein krokuskrokus

Es fällt auf, dass die so oft mit dem Begriff "dienen" oder "Diener" verbundenen negativen Assoziationen im Duden keine Erwähnung finden, ergo gar nicht zur eigentlichen Bedeutung dieses Begriffs gehören. Das Dienen ist, laut Duden, eine freiwillige Entscheidung des Dienenden zum persönlichen Einsatz für eine nützliche, hilfreiche Tätigkeit. Mit dieser Entscheidung verbunden sind berufliche (= fachlich qualifizierte und definierte) Pflichten im Dienst an Menschen.

Ich kann meine Tätigkeit gut unter dieser Begriffsbestimmung einordnen. Ich bin froh, dass ich diesen Beruf ausübe und durch mein Wissen Menschen auf ihrem Weg behilflich sein kann.

 

Die fünf Freiheiten (nicht nur) im therapeutischen Prozess

Warum tun wir, was wir tun? Das für sich selbst herauszufinden ist der Anfang der Freiheit.

Welche fünf Freiheiten essentiell für einen Menschen sind, hat Virginia Satir lyrisch beschrieben. Sie finden Satirs Text ganz unten auf dieser Seite.

Menschen tun nichts ohne Grund. Niemals. Wenn Ihnen Ihr Handeln, Denken oder Fühlen manchmal rätselhaft erscheint, wenn Sie die Erfahrung machen, dass Ihr Handeln nicht zielführend oder sogar schädlich für Ihr Wohlbefinden ist, wenn Sie sich fragen, weshalb Sie immer und immer wieder etwas tun von dem Sie längst wissen dass es Ihnen nicht gut tut - Sie handeln dennoch stets aus einem gutem Grund. Sie kennen ihn nur (noch) nicht.

Was haben Sie in Ihrer Kindheit über "Neugier" gelernt? War es eine wünschenswerte Eigenschaft? War es etwas, was sich "nicht gehört" und deshalb eine Eigenschaft, die Sie sich abgewöhnt haben? Wie gefällt Ihnen der Begriff "Entdeckerfreude"?

Wann waren Sie das letzte Mal neugierig auf sich selbst?

Das was Sie fühlen, denken und tun zunächst neugierig und vorbehaltlos anzuschauen und es als sinnbehafteten Anteil an Ihrem Wesen anzuerkennen anstatt es vorschnell zu bewerten,  schafft die nötigen Freiräume für Heilung und Veränderung.

Wenn Menschen über lange Zeit unliebsame oder unbequeme Gefühle, Gedanken oder Verhaltensweisen zu unterdrücken versuchen weil sie den dahinter liegenden "guten Grund" nicht zu erkennen vermögen, entstehen im Laufe der Zeit innere und äußere Krisen.

Zur Unterdrückung von allem was ein Mensch an sich selbst für unbequem, schmutzig, dumm, peinlich oder lästig hält, wird nämlich jede Menge psychische und körperliche Energie verbraucht, die dann im täglichen Leben fehlt. Versuchen Sie doch einmal, nur fünf Minuten lang, NICHT an einen rosa Elefanten zu denken . Sie wissen schon - so ein dicker rosa oder pinker Elefant. Vielleicht hat er lila Punkte oder trägt einen Schirm und ein Tutu?  Wie sieht er aus, Ihr Elefant?.... Denken Sie nicht dran! Nicht jetzt und auch nicht in den nächsten 5 Minuten!

Und? Sie haben vielleicht  bemerkt,  dass der  Auftrag, an etwas NICHT zu denken was sich aktuell in Ihrem Bewusstsein befindet, unmöglich zu erfüllen ist  und vielleicht auch, wie viel Kraft das kostet, nur 5 Minuten lang das immer wieder auftauchende innere Bild eines - Ihres! -  rosafarbenen Elefanten zu unterdrücken?  Und hier ging es nur um einen pinken Elefanten im rosa Tutu mit vielleicht einem Schirmchen!

Wenn Menschen sich über lange Zeit anstrengen (müssen), wirklich Belastendes, etwas das echte Angst oder großen  Kummer macht oder wofür sie sich schämen, zu unterdrücken, dann kostet das so viel Kraft, dass es irgendwann zu einer Krise kommt. Krisen führen endlich zu Symptomen. Symptome sind beschreibbar. Von Symptomen lässt sich eher erzählen als von schmerzhaften, peinlichen, bedrohlichen oder erschreckenden Angelegenheiten, nicht wahr?  Deshalb sind Symptome manchmal das Beste, was Ihnen passieren kann. Warum?

Schmerzen und Leiden als Symptome zeigen unausweichlich, wo der Schuh drückt. Wenn Ihnen der Schuh beim Laufen weh tut, können Sie eine Zeitlang durch Veränderung Ihres Ganges den Schmerz kompensieren. Aber irgendwann bekommen Sie eine Blase am Fuß und dann tut es die ganze Zeit richtig weh. Es nützt dann auch nichts mehr, das Gehen anzupassen. Sie können dann so vorsichtig  und wie auf Eiern laufen, wie Sie wollen - der Schmerz bleibt. In solchen Fällen schneiden Sie sich ja auch nicht den Fuß ab, oder? Sondern Sie besorgen sich spätestens dann andere Schuhe die besser passen und mit denen Sie, wenn der Fuß geheilt ist,  wieder gut laufen können.

Auf der seelischen (psychischen) Ebene versuchen Menschen jedoch oft genau das: Sie suchen nicht nach "passenderen Schuhen", sondern wollen sich irgendwie den schmerzenden Fuß zurecht schnippeln. Der Fuß soll zum Schuh passend gemacht werden, koste es was es wolle - anstatt sich Schuhe zu suchen, die zum Fuß passen. 

Was passieren kann, wenn man den Fuß abschneidet anstatt den Schuh zu wechseln, wird im Märchen "Aschenputtel" der Gebrüder Grimm eindrucksvoll beschrieben: Es nützt überhaupt nichts, sich den Fuß abzuschneiden um sich passend zu machen für ein Leben für das man nicht gemeint ist. Man ist anschließend nur verletzt und verstümmelt. Und man kommt trotz aller schmerzhaften Anpassungsleistungen doch nicht dorthin, wo man so sehnlichst meint, sein zu wollen oder sein zu müssen. Wenn Sie das Märchen noch einmal nachlesen möchten (nicht die weichgespülte  amerikanische Version, sondern das echte Märchen mit seiner deutlichen Botschaft), dann können Sie es hier finden: 

http://gutenberg.spiegel.de/buch/-6248/16 

Manche Symptome psychischer Art haben zugrunde liegende körperliche Ursachen, dies sollte vor Beginn einer Psychotherapie kontrolliert werden. Deshalb gehört an den Anfang einer Psychotherapie eine ärztliche Untersuchung. Wenn eine solche Untersuchung keine zugrunde liegenden körperlichen Ursachen ausfindig machen kann, wenden wir uns den nicht-körperlichen Faktoren zu. Um in unserem Bild zu bleiben: Den unpassenden Schuhen oder Ihrem verletzten Fuß. 

Ihre Symptome zeigen Ihnen also, dass irgendwas in Ihrem Leben nicht richtig passt. Dass es Sie  auf Ihrem Weg behindert und Leiden oder Verletzungen verursacht. Nehmen Sie Ihre Symptome ernst. Es ist nicht einfach, Symptome als Verbündete zu betrachten. Aber genau das sind sie: Ihre Verbündeten.

Die Würdigung Ihrer Symptome  als Hinweisgeber  für eine wichtige, bisher ungelöste Lebensfrage bedeutet, dass Sie in der Therapie als Person ernstgenommen und wertgeschätzt werden und dass Sie, falls Sie das bisher nicht gemacht haben, lernen können, sich ebenfalls als Person ernst zu nehmen und wert zu schätzen. Denken Sie nur nicht, dass das eine leichte Übung ist. Tatsächlich fällt es oft sehr viel leichter sich selbst auszuschimpfen als sich selbst liebevoll und respektvoll zu behandeln.

Ich unterstütze Sie dabei herauszufinden, über welche Fähigkeiten und Stärken Sie verfügen und wie Sie diese konkret und in Ihrem Alltag einsetzen können um zu sinnvollerem Handeln mit weniger Leiden zu gelangen.

Vergangenes Erleben und Ursachenforschung werden als wichtiger Lösungsbeitrag zu Ihren aktuellen Problemen im therapeutischen Prozess herangezogen, der Focus bleibt jedoch in der Gegenwart. Es ist die Gegenwart, das "Hier und Jetzt", in welchem Veränderung und Heilung möglich ist und neue Schritte erprobt werden können.

Weil es wichtig ist und ich Ihnen jetzt schon so viel erzählt habe, soll am Schluss dieses Abschnitts noch einmal wiederholt werden, was schon ganz oben beschrieben wurde:

Sie sind der Wagenlenker oder die Wagenlenkerin. Sie entscheiden, wohin es gehen soll und was sie erreichen möchten. Dabei biete ich Ihnen mein Wissen und Professionalität an. Ich stehe hinter Ihnen als Wagen- oder Weggefährtin. 

 

Die fünf Freiheiten nach Virginia Satir

Die erste Freiheit:

Die Freiheit 
zu sehen und zu hören
was jetzt ist,
anstatt was sein sollte,
was war oder was sein wird  

 

Die zweite Freiheit:

Die Freiheit
zu fühlen was ich fühle,
anstatt zu fühlen, was man fühlen sollte

 

Die dritte Freiheit:

Die Freiheit
zu sagen was ich fühle und denke,
anstatt was ich fühlen und denken sollte

 

Die vierte Freiheit:

Die Freiheit 
danach zu fragen was ich gerne möchte,
anstatt auf Erlaubnis zu warten

 

Die fünfte Freiheit:

Die Freiheit
auf eigene Faust Risiken einzugehen,
anstatt immer auf Nummer Sicher

 

 

 

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